Prävention und Gesundheitsförderung im Schulalltag

Professionell agieren – sensibel begleiten
Wissen und Handlungssicherheit für herausfordernde Situationen

Lesezeit:
  • Teilen

Am Nachmittag des 18. Novembers drehte sich am Seminar Rottweil (GWHRS) alles um ein Thema, das für den Berufsalltag von angehenden Lehrkräften kaum wichtiger sein könnte: Prävention und Gesundheitsförderung.
Über 170 Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter aus der Grundschule und der Sekundarstufe I nutzten die Gelegenheit, aus den insgesamt 12 Workshops den für sie passenden auszuwählen.

Organisiert wurde der Nachmittag von Frau Wayß und Frau Franzmann, unterstützt von vielen engagierten Referentinnen und Referenten aus Beratungsstellen, Präventionsdiensten, dem Schulamt Donaueschingen, der Landeszentrale für politische Bildung, der Trauerbegleitung, unterschiedlichen Schularten sowie aus den eigenen Reihen des Seminars.

Die Bandbreite der Angebote spiegelte wider, wie komplex und vielschichtig schulische Präventionsarbeit heute ist – und wie sehr sie alle Bereiche des pädagogischen Handelns berührt. So setzten sich die Teilnehmenden etwa damit auseinander, wie sexueller Gewalt begegnet werden kann, wie Warnsignale erkannt werden und welche Schritte im Ernstfall notwendig sind. Auch Themen rund um Medienbildung, Cybergrooming und Gruppenzwang fanden Raum, ergänzt durch aktuelle Erkenntnisse aus der Hirnforschung.

Neben Themen wie AD(H)S, Mobbingprävention oder dem Umgang mit Tod und Trauer, die viele Teilnehmende besonders beschäftigten, boten weitere Workshops ganz praktische Zugänge – vom Aufbau einer belastbaren Stimme bis hin zu theaterpädagogischen Methoden zur Konfliktlösung. Angebote wie der Klassenrat oder Programme zum sozial-emotionalen Lernen zeigten, wie demokratische Beteiligung, Empathie und eine positive Klassenatmosphäre nachhaltig gestärkt werden können.

Der Umgang mit herausfordernden Schülerinnen und Schülern wurde ebenfalls thematisiert. Hier bot der systemische Ansatz wertvolle Impulse dafür, Verhalten in seinen Zusammenhängen zu verstehen, lösungsorientierte Sichtweisen zu entwickeln und Gespräche auf Augenhöhe zu führen. Die Teilnehmenden erhielten Anregungen dazu, wie neue Perspektiven nicht nur Beziehungen entlasten, sondern auch die eigene Resilienz und Lehrergesundheit stärken können.

Insgesamt entstand ein breites Mosaik aus Wissen, praktischen Ideen, Austausch und persönlichen Aha-Momenten – getragen von der spürbaren Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Viele gingen am Ende des Tages nicht nur mit neuem Wissen nach Hause, sondern auch mit dem Gefühl, ein Stück sicherer geworden zu sein – sicherer darin, schwierige Situationen professionell anzugehen, aber auch darin, die eigene Gesundheit im Blick zu behalten.

Matthias Meyenburg